11.02.2004: Prinzessin Ragnhild sorgte für Wirbel

Prinzessin Ragnhild äußerte sich verbittert in einem Interview über ihre Familie und löste einen Tag nach der TV-Übertragung große Diskussionen in Norwegen aus.


Prinzessin Ragnhild Frau Lorentzen ist die älteste Schwester des heutigen Monarchen König Harald. Sie heiratete ebenfalls bürgerlich, den Geschäftsmann Lorentzen und lebt bereits seit 50 Jahren in Brasilien.

Als im Herbst letzten Jahres König Harald und Königin Sonja zum Staatsbesuch in Brasilien geladen war, führte dies womöglich bei Prinzessin Ragnhild zu einigem Ärger. Das Königspaar hatte keinen Besuch des große Firmengelände von Erling Lorentzen eingeplant und hatte wenig Zeit für Privatbesuche. Obwohl eingeladen, nahm kein Mitglied der Königsfamilie an der Hochzeit der jüngsten Tochter von Prinzessin Ragnhild teil.  Das TV2 Interview mit Prinzessin Ragnhild entstand jedenfalls genau in dieser Zeit.

Die Ausstrahlung wurde auf den 9. Februar 2004 verschoben als Ende November letzten Jahres überraschend die Nachricht von der Krebserkrankung König Haralds bekannt wurde. Kurz vor der Ausstrahlung versuchte jetzt Erling Lorentzen in letzter Minute das Interview zurückzuziehen, jedoch ohne Erfolg.

Prinzessin Ragnhild sagte in dem Interview mit dem Titel "Eine Prinzessin im Exil", sie sei der Meinung, die Königskinder (Kronprinz Haakon und Prinzessin Märtha Louise) hätten bei der Wahl ihrer Ehepartner schlechte Ratgeber gehabt. Sie hätten damit die Monarchie aufs Spiel gesetzt. Würde König Olav noch leben, hätte er die Verbindungen nicht gutgeheißen. Sie selbst habe zwar bürgerlich geheiratet, jedoch sei ihr Mann aus geordneten und gesicherten Verhältnissen gekommen. Trotzdem sei sie sicher, die Norweger waren damals erleichtert als sie mit ihrem Mann nach Brasilien ging.

Prinzessin Ragnhild, heute 73, vertritt die Ansicht, dass Monarchen eine ebenbürtige Frau, am besten aus adligen Verhältnissen, heiraten müsse. Sie hoffe, sie müsse nicht mehr erleben, wenn Kronprinzessin Mette-Marit eines Tages Königin wird. Lieber wolle sie vorher sterben. Sie bedauerte den "armen" Marius der "nichts" sei. Dies hätten die beiden (Kronprinz Haakon und Kronprinzessin Mette-Marit) wohl nicht bedacht.

In ersten Reaktionen war die Norwegische Bevölkerung geteilter Meinung über die Worte von Prinzessin Ragnhild. Die Befürworter der Abschaffung der Monarchie sahen sich durch die Worte der Prinzessin bestätigt. Politiker aus allen Lagern äußerten sich jedoch harsch. Es wäre besser gewesen, so der Tenor, die Prinzessin hätte dieses Interview nie gegeben, sondern ihre Kritik oder ihren Ärger innerhalb der Familie ausgesprochen.

Großer Gewinner des zweifelhaften Ereignisses war TV2 mit einer Rekord-Einschaltquote.


Privatbesuch vorab in Brasilien 2003
Staatsbesuch in Brasilien 2003
Hochzeit von Prinzessin Ragnhilds Tochter
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