02.04.2004: Sorge über Paparazzi-Jagd

Kronprinz Haakon wünscht sich für seine Kinder ein möglichst ungestörtes Aufwachsen. Mit modernen Fotohandys könnte schnell die Paparazzi-Jagd auf die Prinzessin eröffnet werden, so Kronprinz Haakon.

Für den Schutz der Privatsphäre seiner Kinder geht Kronprinz Haakon offensiv auf die Medien zu. Er bittet darum, dass Zeitungen und Zeitschriften keine Paparazzi-Fotos kaufen und verwenden, auf denen Königskinder privat abgebildet sind.

Kronprinz Haakon ist darüber in Sorge, dass mittlerweile aufgrund immer weiter verbreiteter Fotohandys und Digitalkameras sogar jeder Bürger zum Paparazzi werden könnte, wenn Zeitungen und Zeitschriften für diese Fotos jederzeit gutes Geld zahlen oder sogar eine Preisliste ausloben.

Selbstverständlich ist es dem Kronprinzenpaar bewusst, dass die Öffentlichkeit Bilder der Familie sehen möchte. Sie werden daher die Kinder gerne und oft zu offiziellen Termin mitnehmen und den Fotografen Gelegenheit geben regelmäßig Fotos zu schießen. Ende Januar wurden daher offizielle Fotos von Prinzessin Ingrid Alexandra angefertigt und zusätzlich die Medien nach Skaugum eingeladen. Erst vor kurzem kam die Kronprinzenfamilie komplett zum Saisonabschluss an den Holmenkollen und bald findet die Taufe des Nachwuchses statt. Auch hier sind alle Medienvertreter dabei.

Bei dem Treffen heute Vormittag mit dem Norwegischen Presseverband bat Kronprinz Haakon jedoch eindringlich um Verständnis für sein Bestreben, den Kindern private Freiräume sichern zu wollen. Für die Entwicklung der Kinder sei dies äußerst wichtig. In der heutigen Zeit sei der Druck durch die Presse ungleich höher als früher. "In meiner Kindheit", so der Kronprinz, "konnte ich noch ungestört zu Fußballmatches in Oslo gehen. Am nächsten Tag war kein Foto davon in der Zeitung."

Auch wenn Kronprinz Haakon kein schriftliches Abkommen erzielen konnte, so sprachen doch beide Seiten von einem "konstruktiven und positiven" Treffen. Man wird sehen, ob die Appelle des Kronprinzen Früchte tragen.


Kronprinz Haakon hofft auf Abkommen mit Medien
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