24.06.2004: Richtungsweisendes Urteil des EuGH

Prinzessin Caroline von Hannover hat ihre Klage vor dem Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte gegen Deutschland gewonnen. Medien haben nicht das Recht Bilder aus dem Privatleben der Prinzessin zu zeigen.

Damit widersprach der Europäische Gerichtshof einem im Jahr 1999 bestätigten Urteil des Bundesverfassungsgerichtes, das die persönlichen Menschenrechte dem Recht auf Pressefreiheit hinten an stellte, da die Prinzessin eine Person des öffentlichen Interesses sei.

Der Europäische Gerichtshof hingegen sah einen eindeutigen Verstoß gegen die Persönlichkeitsrechte der Prinzessin. Bilder aus dem Privat-leben der Prinzessin seien nicht Teil des öffentlichen Interesses. Damit wurde Deutschland wegen mangelnden Schutz der Privatsphäre in den Medien verurteilt. Rechtsexperten sprechen von einem weit reichenden Urteil für die Medienlandschaft.

Prinzessin Caroline von Hannover wurde vom deutschen Anwalt Matthias Prinz vertreten, der erst vor kurzem für das Schwedische Königshaus erfolgreich gegen Deutsche Klatschblätter klagte.

Auch das Norwegische Kronprinzenpaar ist immer wieder Zielscheibe der Yellow Press und wird hartnäckig von Fotografen verfolgt. Dagegen hat das Paar jetzt nach dem aktuellen Urteil des Europäischen Gerichteshofes eine weitaus bessere Möglichkeit sich erfolgreich zu wehren.

Gegen das Urteil kann innerhalb von 3 Monaten von beiden Seiten Einspruch erhoben werden.


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