25.08.2004: Hilfsfond des Kronprinzenpaares

Der Königliche Hof vermeldete heute die Beschlüsse zur Vergabe von Zuschüssen aus dem Humanitären Hilfsfond des Kronprinzenpaares. Jedes Jahr am Hochzeitstag von Kronprinz Haakon und Kronprinzessin Mette-Marit werden die Projekte bekannt gegeben, die aus dem Fond unterstützt werden.

Meldung des Königlichen Hofes:

Zuwendungen aus dem Humanitären Hilfsfond des Kronprinzenpaares.

Die Leitung des Humanitären Hilfsfonds des Kronprinzenpaares hat dieses Jahr beschlossen die vorbeugende Arbeit der Norwegisch Lutherischen Missionsverbindung (Projekt zur Behandlung von Frauen mit Geburtsschäden /-verletzungen im Yirga Alem Hospital Fistula Unit in Äthiopien) und die Kirchliche Nothilfe (Projekt zur Rehabilitierung von Kindersoldaten in Nord-Kivu im Kongo) zu unterstützen. Die diesjährige Vergabe fand heute Vormittag im Beisein Ihrer Königlichen Hoheiten des Kronprinzen und der Kronprinzessin während des Seminars "Making a Difference - Practical and Ethical Approaches to Poverty and Conflict" in der Osloer Universität statt.

Yirga Alem Hospital Fistula Unit

Seit 1950 wurden hunderttausende Patienten im Yirga Alem Hospital im Süden Äthiopiens behandelt. Die Gegend ist sehr dicht besiedelt und dies ist das einzige Krankenhaus für vier Millionen Menschen. In der Klinik werden Frauen mit Geburtsschäden bzw. -verletzungen (Enklere Vesico-Vaginale Fistler) behandelt. Patienten mit schwierigeren medizinischen Befunden werden nach Addis Abeba zur Spezialbehandlung in das Fistual Hospital geschickt. Obwohl der Transport und die Behandlung für die Patienten kostenlos  ist, sind die Kapazitäten begrenzt und viele Frauen können dadurch nicht  die notwendige Behandlung bekommen. Frauen haben als Folge der Geburtsverletzungen oft große soziale Probleme. Viele gehen durch einen schwierigen Geburtsprozess, der nicht selten mit einen Totgeburt endet oder haben danach große Probleme den Urin zu halten, was sie in die soziale Isolierung treibt. Im Yirga Alem Hospital und im Fistula Hospital wird eine einzigartige Arbeit geleistet, um diesen Frauen zu helfen.

Der Bau einer neuen Station im Yirga Alem wird von NORAD unterstützt. Die Station wird mit seiner Bettenkapazität Platz für 20 Patienten haben. Da die Klinik heute eine sehr begrenzte Operationskapazität hat, wird auch ein neuer Operrationssaal errichtet. Dieser wird für die Behandlung von Frauen mit Geburtsverletzungen oder anderen Geburtsproblemen zur Verfügung stehen.

Die Einheit des Fistual Hospitals in Yirga Alem hat zwei Aufgaben:  Vorbeugung/Verhinderung von Geburtsverletzungen und Behandlung von Patienten. Die Abteilung wird eine eigene Schulungseinrichtung haben und wird mit anderen Gesundheitsinstitutionen zusammenarbeiten, um sicher zu stellen, dass Frauen eine adäquate Hilfe während der Schwangerschaft und Geburt erhalten. Einige Betten werden für die Frauen bereit stehen, die auf eine notwendige Krankenhausbehandlung warten, um Geburtsverletzungen zu verhindern.

Zweck des Projektes, das vom Humanitären Fond des Kronprinzenpaares unterstützt wird, ist zu allererst die vorbeugenden Aktivitäten der Einheiten zu fördern. Dazu ist die Beteiligung früherer Patienten ein sehr wichtiger Teil.

König Olav legte im Januar 1966 den Grundstein für das Krankenhaus. Bis 1998 wurde das Krankenhaus vom Norwegisch-Lutherischen-Missionsverbund (NLM) betrieben. Seit 1999 wird das Krankenhaus von regionalen und lokalen Gesundheitsbehörden betrieben. NLM/NORAD unterstützen heute etliche Aufklärungsarbeiten und die HIV/AIDS Arbeit, die das Krankenhaus leistet.

Die Unterstützung aus dem Humanitären Fond des Kronprinzenpaares an den Norwegisch-Lutherischen Missionsverbund für das Projekt Yirga Alem Fistuala Hospital beträgt 240.000 Kronen.

 

Projekt der Kirchlichen Nothilfe für die Rehabilitierung von Kindersoldaten in Nord-Kivu, Kongo.

Die Kirchliche Nothilfe arbeitet eng zusammen mit seinem lokalen Partner in Nord Kivu, der Association for Traumatized from Nyiragongo (ETN), eine Netzwerkorganisation für lokale Kirchen in Nord Kivu. Die Organisation wurde nach einem Vulkanausbruch in der Grenzstadt Goma im Jahr 2002 gegründet. ETN unterstützte ursprünglich die Bevölkerung im Bereich Goma nach dem Vulkanausbruch, speziell durch Aktivitäten, die den Kindern und Jugendlichen wieder ein alltägliches Leben zurückbringen sollte. Nach dem wiederholten Ausbruch von Kriegen zwischen den ethnischen Gruppen im Ost-Konge im Jahr 1993, begannen die ethnischen Militärgruppen mit der Rekrutierung von Kindern zur Verteidung der jeweiligen Stämme.

Das Projekt, das vom Humanitären Hilfsfond des Kronprinzenpaares unterstützt wird, soll 100 Kindern eine Berufsausbildung sichern und Junge Menschen im Laufe von 12 Monaten auf die Rückkehr und Integration in die Gesellschaft vorbereiten.

In Zusammenarbeit mit anderen Organisation, z. B. UNICEF, OCHA, MONTUC, wird dieses Projekt 100 entwaffnete Kindersoldaten im Laufe des Jahres helfen.

Das Projekt hat auch zum Ziel früheren Kindersoldaten ein gesichertes Umfeld zu geben. Dazu gehört eine Wohngelegenheit, Essen, Medizin und eine Schulausbildung. Für die Kinder, die eine Familie haben, wird man versuchen eine Aussöhnung mit der Familie und der Gesellschaft zu erreichen. Die Skepsis der Familien gegenüber diesen Kindern, die zurückkehren, ist meist sehr groß: Sie gelten als "verdorben für das Leben" und eine Gefahr für ihre Umgebung. Für diese Kinder soll ein würdiges Leben erreicht werden, auch durch Aufklärung und Schulung der Bevölkerung.

Um den Kindern eine gute Zukunft zu schaffen, setzt man auf eine handwerkliche Ausbildung, weil hier, nach der Zerstörung des Krieges, in der Bevölkerung großer Bedarf an Wiederaufbau besteht. Durch das Erlernen eines Berufes, der gebraucht wird, werden sich auch diese Kinder wieder nützlich und erwünscht fühlen und können einen Beitrag für die Gemeinschaft leisten.

Die Unterstützung des Humanitären Hilfsfond des Kronprinzenpaares an die Kirchliche Nothilfe für das Projekt für Kindersoldaten im Kongo beträgt 200.000 Kronen.

Weitere Informationen können bei der Fondleiterin des Humanitären Fond des Kronprinzenpaares, Ann-Kristin Olsen, angefordert werden.

Mobil +47 901 00 771 / www.kongehuset.no


Vorstellung der Projekt auf der heutigen Konferenz in Oslo
Der Humanitäre Hilfsfond des Kronprinzenpaares
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