25.09.2004: Kronprinzessin Mette-Marit in TV-Doku

Kronprinzessin Mette-Marit ist Schirmherrin des Rates für Psychisch Kranke und der TV-Spendenaktion 2004 - Bild: dana press

Heimlich still und leise hat Kronprinzessin Mette-Marit während ihres Mutterschafts-urlaubes an einer umfangreichen TV-Doku-mentation über Menschen in psychischer oder sozialer Not in Norwegen gearbeitet.

In ihrer Eigenschaft als Schirmherren der TV-Spendenaktion "Hjerterom" hat Kronprinzessin an vorderster Front an einer Dokumentation mitgewirkt, die am 16. Oktober im norwegischen Fernsehen ausgestrahlt wird. Ohne Aufhebens reiste sie die letzten Monate durch das Land und traf sich mit vier ganz unterschiedlichen Menschen, die in psychischer oder sozialer Not leben. Ein TV-Team zeichnete die ungeschminkten Gespräche auf, die Kronprinzessin Mette-Marit führte und zusätzlich kommentierte.

"Die Art und Weise, wie wir uns gegenseitig behandeln, die Art, wie wir mit den Schwächsten in unserer Gesellschaft umgehen, glaube ich, sagt viel über uns Norweger aus", begann die Kronprinzessin in der TV-Dokumentation.

Jan Helge, 26 Jahre, litt jahrelang an schwersten Depressionen, an Bulimie, wurde von Angstattacken gequält und verletzte sich selbst. Selbstmord schien der einzige Ausweg. Auch ein längerer Aufenthalt in einer psychiatrischen Einrichtung brachte keine Hilfe. Die Wende im Leben kam erst durch das KIM-Zentrum, das sich um Patienten wie Jan Helge kümmert. KIM verschaffte ihm einen Job und half ihm zurück ins Leben. Kronprinzessin Mette-Marit hörte zu und wollte verstehen und lernen. Jan sagte später über das Treffen: "Ich zitterte vor Aufregung, aber sie hat ein so einnehmendes Wesen. Ich bin sehr sehr beeindruckt von ihr. Sie hörte mir zu und ich konnte erzählen. Sie interessierte sich für meine Vergangenheit. Auch als wir in Stiftsgården (Anm.: Sitz der Königsfamilie in Trondheim) waren, war sie die selbe. Es ist das persönliche. Sie setzte sich auf das Sofa und war ein Freund."

Cicilies (32) Leben glich einer Achterbahnfahrt. Erst mit 30 Jahren stellten die Ärzte die Diagnose ADHA. Mit der Gehirnkrankheit wurde Cicilie bereits geboren. Sie erzählte Mette-Marit von ihrem Leben. Mit 10 Jahren bereits schnüffelte sie Klebstoff, mit 14 kamen härtere Sachen dazu, Haschisch und Amphetamine. "Mein Leben war ein Chaos - polizeibekannt. Klar, du legst Dich mit allen an und kennst keine Grenzen. Ich landete im Gefängnis." In der Gefängniszelle bekam sie eines Tages Besuch vom Straßenpriester der Kirchlichen Mission. Der erzählte ihr vom Projekt "Durchbreche den schlechten Kreislauf". Drogenabhängige werden in diesem Projekt bereits im Gefängnis betreut und für den Übergang in ein normales Leben vorbereitet. Am 19. Januar bekam Cicilie einen Therapieplatz bei Tyrili und im April kam Kronprinzessin Mette-Marit zu Besuch. Cicilie erzählte: "Wir gingen zu Bischof Finn Wagle zum Essen und dann fuhren wir nach Stiftsgården", begann sie. "Sie ist eine so menschliche Prinzessin. Wir naschten Süßigkeiten und mochten uns von Anfang an. Sie ist so wundervoll. - Ihre Königliche Hoheit - das war zu lange. Ich sagte einfach Mette. Mette, ich habe ein Geschenk für Dich. Ich gab ihr einen Ordner mit dem Monogramm HKH MM in Goldschrift. Und einen Batik-Bettbezug für sie und Ingrid Alexandra. Auf das Kissen hatte ich den Text "Stille..." und "Prinzessin schlaf..." aufgemalt.

Eine sehr schöne Begegnung erlebte Kronprinzessin Mette-Marit mit dem 87jähigen Willy Oddvar Erling Svendsen. Er ist alleinstehender Wittwer und oft einsam. Im Grunde, gab er zu, hatte er mit dem Leben abgeschlossen. Er war 46 Jahr glücklich verheiratet. Nach dem Tod seiner Frau zog er sich zurück, hatte keine anderen sozialen Kontakte. Die Selbstmordrate unter den älteren Menschen ist oft hoch. "Ich saß alleine zu Hause, wie viele andere auch." Heute kommt er regelmäßig das Tageszentrum Vålerenga und hat neue Freunde gefunden. Das Zentrum wird von der Kirchlichen Mission betrieben. Dort traf Willy Kronprinzessin Mette-Marit zu einem Gespräch. "Eine dreiviertel Stunde haben wir über Gott und die Welt geplaudert. Sie fragte und war sehr neugierig", erzählte er später begeistert. Ehrlich gesagt, war ich am Anfang über die Freundin des Kronprinzen nicht so begeistert. Im Alter von 87, am Ende meines Lebens, hatte ich so ein großartiges Treffen mit der Kronprinzessin. Sie ist so freundlich, aufrichtig, wissbegierig und war so aufmerksam zu mir. Ich schaue auf zu unserer Kronprinzessin! Und wirklich - Dieses Treffen mit ihr, ist die schönste Erinnerung in meinem Leben."

Die Erlöse aus der großen TV-Spendenaktion "Hjerterom" fließen dieses Jahr an die Kirchliche Mission, die sich um Menschen in sozialer Not kümmert und an den Rat für Psychisch Kranke, dessen Schirmherrin Kronprinzessin Mette-Marit bereits seit dem Jahr 2001 ist.


TV-Aktion: Einladung zum Gastmahl auf Skaugum
TV-Aktion: Schirmherrin Kronprinzessin Mette-Marit
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