08.10.2004: Friedensnobelpreis an Wangari Maathai

Die Kenianerin Wangari Maathai, Umweltaktivistin und Frauenrechtlerin, erhält den Friedensnobelpreis 2004. "Ich bin sehr glücklich und danke Gott für alles", war ihre erste Reaktion. Die Verleihung findet am 10. Dezember statt.

Um 11 Uhr Vormittag gab das Nobelpreiskomitee in Oslo die mit Spannung erwartete Entscheidung bekannt. Wangari Maathai wird für ihren Einsatz zur Erhaltung der Umwelt und zur Durchsetzung der Menschenrechte ausgezeichnet. Mit ihr wird zum ersten Mal eine Afrikanerin ausgezeichnet.

Als promovierte Biologin und Professorin kämpft sie seit Jahrzehnten gegen das ungezügelte Abholzen von Wäldern in ihrem Land. Berühmt wurde sie durch ein spektakuläres Umweltprojekt im Jahr 1977. Sie gründete Organisation "Green Belt Movements", die bisher mindestens 30 Millionen Bäume zum Schutz gegen Erosion in Afrika gepflanzt hat.

Für ihren engagierter Einsatz, bei dem sie nicht davor zurückschreckte korrupte Minister oder Wirtschaftsbosse namentlich zu nennen, saß sie in den neunziger Jahren im Gefängnis.

Unter dem Moi-Regime kämpfte sie mit dem gleichen Engagement für Menschenrechte und besonders für die Rechte von Frauen. Sie ließ sich auch nicht von Anschlägen auf ihr Leben davon abhalten. 2002 wurde sie in das Parlament des neuen Kenia gewählt und zur ersten Vize-Umweltministerin des Landes ernannt.

1984 wurde Wangari Maathai bereits mit dem Alternativen Nobelpreis ausgezeichnet. Im April diesen Jahres erhielt sie den Petra-Kelly-Preis der Böll-Stiftung für ihre "einzigartige Rolle in der afrikanischen Politik, ihr Engagement und ihr Lebenswerk".

Der Friedensnobelpreis ist mit 1,1 Millionen Euro dotiert und wird am 10. Dezember im Osloer Rathaus im Beisein der Königlichen Familie feierlich verliehen.

Vergangenes Jahr wurde die Iranerin Shirin Ebadi mit dem Friedens-nobelpreis ausgezeichnet.


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