24.11.2004: Königshäuser schlagen zurück

Schluss mit lustig. Schwedens Königshaus macht Druck auf Deutsche Verlage. Jetzt reichen die Gegendarstellungen nicht mehr. Es wird Schadensersatz gefordert. Norwegen beobachtet den Verlauf genau.

Der Umgangston wird rauer zwischen den Königshäusern und der ungeliebten Klatschpresse. Nach dem rechtskräftig gewordenen "Caroline-Urteil" und den errungenen Vergleichen, die das Schwedische Königshaus gegen Verlage in Deutschland erreicht hat, wird die Gangart noch härter.

Jetzt reichen nicht nur mehr Gegendarstellungen oder Widerrufe in den jeweiligen Wochenblättern, der Schwedische Hof lässt durch ihren Anwalt Prinz prüfen, ob auch Schadensersatz gefordert und durchgesetzt werden kann.

Gegenüber dem Svenska Dagbladet bekräftigte die Pressechefin des Schwedischen Hofes Ann-Christine Jernberg das Gerücht. "Rechtwanwalt Mathias Prinz hat den Auftrag erhalten zu prüfen, ob es Möglichkeiten des Schadensersatzes gibt."

Die Höhe der geforderten Summe wollte Jernberg nicht kommentieren. Einige Zeitungen schrieben von bis zu 40 Millionen Kronen (etwa 5,5 Mio. Euro). Sollte dem Hof eine entsprechende Summe zugesprochen und diese bezahlt bekommen, würde man den Betrag nicht behalten, sondern humanitären Zwecken zufliesen lassen.

Die Zeitung Aftenposten erkundigte sich bei der Informationschefin des Norwegischen Königshauses in dieser Sache. Wenche Rasch erklärte, dass man natürlich verfolge, was in den Medien in Deutschland über die Norwegische Königsfamilie geschrieben werde. "Unsere Aufmerksamkeit richtet sich speziell darauf, was über die Kinder geschrieben wird. Sowohl redaktionell als auch bildmäßig haben Kinder Anspruch auf eine besondere Achtsamkeit.", sagte Rasch.

Bisher hat sich das Königshaus in Norwegen mit rechtlichen Schritten zurückgehalten. Einzig im Frühjahr 2003 rügte der Hof die deutschen Medien öffentlich und beschwerte sich über die unwahren Darstellungen von Kronprinzessin Mette-Marit.

Im Visier des schwedischen Hofes ist insbesondere der Klambt-Verlag. Verlagschef Rüdiger Dienst bekräftigte gegenüber dem Svenska Dagbladet, dass eine Summe von rund 40 Mio. Kronen im Raum stünde. Diese Summe hätte drastische Konsequenzen für den wirtschaftlichen Fortbestand des Unternehmens und würde rund 300 Arbeitsplätze gefährden.

Aus dem Klambt-Verlag kommen bekannte Titel wie "7 Tage", "Die neue Frau", "Frau mit Herz", "Heim und Welt", Welt der Frau" und "Woche der Frau". 


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