Verdienstorden und Medaillen

Grosskreuz des Königl. Norw. St. Olavs Ordens   Königlich Norwegischer St. Olavs Orden   Königlich Norwegischer Verdienstorden


Verdienstorden

St. Olavs Orden. Foto: kongehuset.no Die meisten Staaten der Welt haben ein Ordenswesen. Mit der Verleihung eines Ordens zeichnet das Staatsoberhaupt Landsleute oder Ausländer für Leistungen im Dienste der Gesellschaft aus. Der Obere eines Ordens wird Großmeister genannt. Im Spätmittelalter begannen viele Fürsten Europas, eigene Ritterorden zu stiften. Damit sollten herausragende Untergebene belohnt und enger an die Person des Fürsten gebunden werden. Der englische Hosenbandorden und der dänische Elefantenorden stammen aus dem Mittelalter.

 

Nach der Stiftung der Ehrenlegion, des wichtigsten französischen Ordens, im Jahr 1802 wurde es üblich, einen Orden in mehrere Grade und Klassen einzuteilen. Obwohl dem König schon in der norwegischen Verfassung von 1814 die Möglichkeit gegeben wurde, Orden zu verleihen, wurde der erste Orden Norwegens erst 1847 gestiftet.

Kgl. Norwegischer St.-Olav-Orden

Dieser 1847 von König Oscar I. gestiftete Orden wird als "Auszeichnung für hervorragende Verdienste um das Vaterland und die Menschheit" verliehen. Großmeister des Ordens ist der König. Der St.-Olav-Orden ist nach Olav dem Heiligen - Anfang des 11. Jahrhunderts König von Norwegen - benannt und in fünf Klassen eingeteilt: Großkreuz, Kommandeur mit Stern, Kommandeur, Ritter 1. Klasse und Ritter. Zum Orden gehört auch eine Ordenskette, die der König Trägern des Großkreuzes verleihen kann.

Von Mitgliedern der Königshäuser und Staatsoberhäuptern abgesehen wird der St.-Olav-Orden heute nur an norwegische Staatsbürger verliehen. Das Ordenszeichen wird an einem hochroten Band mit weiß-blau-weißem Saum getragen: das Ritterkreuz links auf der Brust, das Kommandeurkreuz am Halsband und das Großkreuz an einer breiten, von der rechten Schulter zur linken Hüfte geführten Schärpe. Frauen tragen das Ritterkreuz und das Kommandeurkreuz an einer Schleife des Ritterkreuzbandes links auf der Brust. Wurde eine Klasse des St.-Olav-Ordens für militärische Verdienste verliehen, ist dies an zwei blau emaillierten, überkreuzten Schwertern unter der königlichen Krone auf dem Kreuz zu erkennen.

Es gelten besondere Bestimmungen für die Rückgabe des Ordenszeichens (nach dem Tod des Trägers bzw. bei Beförderung in eine höhere Ordensklasse). Vorschläge zur Ordensverleihung sind an S. M. den König zu richten und der Ordenskanzlei zuzuleiten. Der vom König auf Vorschlag des Ministerpräsidenten ernannte Ordensrat besteht aus Kanzler, Vizekanzler, Schatzmeister (Hofchef) und drei Ratsmitgliedern, die die Regionen Süd-, Mittel- und Nordnorwegen vertreten. Der Ordensrat berät den König in allen die Verleihung von Orden betreffenden Fragen. Die Ordenskanzlei ist das Sekretariat des Ordens.

Kgl. Norwegischer Verdienstorden

Dieser 1985 von König Olav V. gestiftete Orden wird an ausländische Staatsbürger sowie im Ausland wohnhafte norwegische Staatsangehörige als Auszeichnung für besondere Verdienste um norwegische Interessen verliehen. Auch in Norwegen tätige ausländische Beamte können damit für diplomatische und konsularische Verdienste ausgezeichnet werden. Großmeister des Ordens ist der König. Der Verdienstorden ist in die Klassen Großkreuz, Kommandeur mit Stern, Kommandeur, Ritter 1. Klasse und Ritter eingeteilt. Das Ordensband ist königsblau. Das Ordenszeichen wird entsprechend den für den St.-Olav-Orden geltenden Bestimmungen getragen und geht in das Eigentum des Empfängers über. Vorschläge zur Ordensverleihung sind an S. M. den König zu richten und der Protokollabteilung des Ministeriums für Auswärtige Angelegenheiten zuzuleiten. Der Orden wird von S. M. dem König auf Empfehlung des Ordensrates bestehend aus dem Hofchef, dem Protokollchef des Außenministeriums und dem Kanzleichef des St.-Olav-Ordens verliehen.

Quelle/Fotos: norwegen.no, kongehuset.no


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