Das Haus Bernadotte (Schweden)

König Carl III. Johan  König Oscar I.  König Carl IV.  König Oscar II


Von 1814 bis 1905 regierte Schweden über Norwegen


Frieden von Kiel
1807 wurde Kopenhagen von britischen Marinestreitkräften angegriffen, um eine Übernahme der dänisch-norwegischen Flotte durch Frankreich zu verhindern. Daraufhin erklärte der Regent, der spätere König Frederik VI. (1768-1839), Großbritannien den Krieg. Das Schicksal des dänisch-norwegischen Staates war vom Ausgang der Napoleonischen Kriege abhängig. Bei einem britischen Sieg würde Dänemark wahrscheinlich Norwegen verlieren. Der schwedische Kronprinz Carl Johan (1763-1844) hatte der Außenpolitik seines Landes eine neue Richtung gegeben. Der Anspruch auf Finnland wurde aufgegeben, Schweden wurde jedoch von Großbritannien und Russland darin unterstützt, als Ersatz für Finnland Norwegen beanspruchen zu können. Im Frieden von Kiel (14. Januar 1814) wurde Norwegen an Schweden abgetreten, während Dänemark die früheren norwegischen Besitzungen Island, Färöer und Grönland behielt.

Eine selbstständige Nation
Im 18. Jahrhundert erstarkte im Bürgertum das Nationalbewusstsein, und damit wuchs der Widerstand gegen die Bemühungen der Staatsführung, Kopenhagen zum wirtschaftlichen Mittelpunkt des Gesamtstaats Dänemark-Norwegen zu machen. Als der Thronfolger Christian Frederik (1786-1848) über den Frieden von Kiel unterrichtet wurde, weigerte er sich, diesen anzuerkennen. Er hielt an seinem Anspruch auf den norwegischen Thron fest und wollte sich zum König von Norwegen ausrufen lassen.

Bei einer Begegnung mit führenden Norwegern am 16. Februar in Eidsvoll musste Christian Frederik zugestehen, dass die Souveränität über Norwegen auf das norwegische Volk übergegangen war. Es wurde beschlossen, eine verfassungsgebende Versammlung einzuberufen. Prinz Christian Frederik sollte Norwegen zusammen mit einem aus mehreren Mitgliedern bestehenden Regierungsrat regieren.

Am 10. April trat die so genannte Reichsversammlung in Eidsvoll zusammen. Kurz nach der Eröffnung der Sitzung stellte sich heraus, dass nicht alle Vertreter das Ziel der Selbstständigkeit unterstützten. Mehrere führende Vertreter hielten es für unmöglich, einen selbstständigen norwegischen Staat gegen den Willen der Großmächte beizubehalten. Am 17. Mai wurde die neue Verfassung verabschiedet, und Christian Frederik wurde zum König von Norwegen gewählt. Erst nach Beendigung des Feldzuges gegen Napoleon machten die Schweden ihren Anspruch auf Norwegen tatsächlich geltend. Carl Johan verlangte die Unterstützung durch die Großmächte, um die Bestimmungen des Friedens von Kiel durchsetzen zu können.

Union mit Schweden
Zwischen Norwegen und Schweden brach ein Krieg aus, der wegen der Überlegenheit der Schweden jedoch nur kurze Zeit dauerte. Nach Friedensverhandlungen wurde am 14. August das Übereinkommen von Moss unterzeichnet. Die Verfassung wurde von den Schweden mit den für die Herstellung der Union erforderlichen Änderungen angenommen. Christian Frederik verzichtete auf den Thron, und ein außerordentliches Storting (norwegische Nationalversammlung) stimmte der Union zu.

Am 4. November 1814 wurde die geänderte Verfassung unterzeichnet, und der schwedische König Carl XIII. (1748-1818) aus dem Haus Holstein-Gottrop wurde zum König Norwegens gewählt. In Norwegen trug er den Namen Carl II.

Der neue norwegische König war krank, und seine Aufgaben wurden von seinem Adoptivsohn Carl Johan wahrgenommen. Der in Frankreich geborene Kronprinz hieß ursprünglich Jean-Baptiste Bernadotte. Er war einer der Marschälle Napoleons und wurde durch Zufall 1810 zum schwedischen Thronerben gewählt. Als König Carl II. 1818 starb, bestieg in Norwegen und Schweden erstmals ein König aus dem Hause Bernadotte den Thron.
 

Das Haus Bernadotte
In den Jahren nach 1814 war Norwegen von einer wirtschaftlichen Depression betroffen, und auch große Teile Europas erlebten nach den Napoleonischen Kriegen schlechte Zeiten. In einer Reihe von Fragen stand das Storting in starker Opposition zu Carl Johan (1763-1844). Die Schuldenabrechnung mit Dänemark führte zu großer Verbitterung, wurde aber trotzdem beschlossen.

Insgesamt vier Könige aus dem Hause Bernadotte saßen auf dem Norwegischen Thron bevor die Union 1905 gelöst wurde:

Von 1818 bis 1844  König Carl III. Johan
Von 1844 bis 1859  Königs Oscar I.
Von 1859 bis 1872  König Carl IV.
Von 1872 bis 1905  Oscar II

(Quelle/Bilder: norwegen.no, kongehuset.no)


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