Das Haus Bernadotte (Schweden)

König Carl III. Johann

Norwegens König von 1818 bis 1844


Carl III. Johan - in Schweden Carl XIV. - war der Anwaltssohn aus Pau in Frankreich, der König von Norwegen und Schweden wurde. Ursprünglich hieß er Jean-Baptiste Bernadotte. Nach dem Tod seines Vaters, Henri, brach er seine juristische Ausbildung ab und schlug die Unteroffizierslaufbahn ein. Bernadotte zeichnete sich durch Mut und Führungsstärke aus. Er wurde schnell befördert. Während der Französischen Revolution erhielten auch Nichtadlige die Möglichkeit, Offizier zu werden, und 1794 wurde Bernadotte Brigadegeneral. Als Napoleon sich selbst zum französischen Kaiser ernannte, machte er Jean-Baptiste Bernadotte zum Marschall und später zum Herrscher des kleinen Fürstentums Ponte Corvo in Italien.

1809 fiel Bernadotte bei Napoleon in Ungnade und war ohne Arbeit, als er mit dem schwedischen Leutnant Carl Otto Mörner zusammentraf. Dieser hielt sich in Paris auf, um die Zustimmung Napoleons zur Wahl des schwedischen Thronfolgers einzuholen, König Carl XIII. war nämlich kinderlos. Mörner betrieb auf eigene Faust Politik und bot Jean-Baptiste Bernadotte den schwedischen Thron an. So kam es, dass der Reichstag den französischen Marschall 1810 zum Kronprinzen erkor. Dieser nahm den Namen Carl Johan an. Viele glaubten, Carl Johan würde Napoleon unterstützen. Doch als die Franzosen in Schwedisch-Vorpommern einmarschierten, beteiligte Schweden sich auf britischer und russischer Seite am Krieg.

Als die Norweger den Frieden von Kiel nicht gutheißen wollten - dem zufolge Dänemark Norwegen an Schweden abtreten sollte -, erklärte der an Krieg gewohnte Kronprinz den Krieg. Nach kurzer Zeit endete die Auseinandersetzung mit dem Übereinkommen von Moss und den Änderungen der Verfassung vom 4. November. Carl Johans Adoptivvater, der schwedische König Carl XIII. (1748-1818), wurde zum König von Norwegen gewählt (als Carl II.). Vier Jahre später starb er, und Carl Johan wurde König von Norwegen und Schweden. Da das Storting sich nicht in der Lage sah, Mittel für die Krönung im Nidarosdom zu Trondheim bereitzustellen, bezahlte der König die Krönungsinsignien selbst. König Carl Johan geriet mehrfach in Konflikt mit dem Storting. Er versuchte unter anderem, die Verfassung zu ändern, um sich dadurch mehr Macht zu verschaffen, wurde aber niedergestimmt. Dieser Versuch und sein Widerstand gegen die feierliche Begehung des Tages der Verfassung (17. Mai) verstärkten das Nationalbewusstsein unter den Norwegern. Carl Johan war oft in Norwegen und ergriff die Initiative zum Bau des Königlichen Schlosses in Oslo. Er war mit der früheren Verlobten Napoleons, Desirée Clary (1777-1860), verheiratet und hatte mit ihr einen Sohn, Oscar (1799-1859).

(Quelle/Bilder: norwegen.no, kongehuset.no)


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Königsfolge in Norwegen