Insignien des Königreichs

Insignien des Königs

Königskrone  Reichsapfel des Königs  Königszepter  Reichsschwert  Salbungshorn


Mit Insignia regalia oder Reichsinsignien werden die Herrschaftszeichen einer Monarchie bezeichnet. Die Insignien des Königreichs Norwegen, auch Krönungsinsignien genannt, bestehen aus drei Kronen, zwei Zeptern, zwei Reichsäpfeln, dem Reichsschwert und einem Salbungshorn. Als Carl III. Johan 1818 den Thron bestieg, stand fest, dass er verfassungsgemäß im Nidarosdom zu Trondheim gekrönt werden sollte. In Norwegen waren noch keine Reichsinsignien vorhanden, doch bevor das Storting sich zu dieser Frage äußern konnte, hatte der König bereits eine Entscheidung getroffen.

Er bezahlte die Krone und die übrigen Krönungsinsignien aus eigener Tasche. 1908 strich das Storting den Krönungsparagraphen aus der Verfassung. König Haakon VII. und Königin Maud sind das letzte norwegische Königspaar, das gekrönt wurde. Bei der Segnung von König Harald V. und Königin Sonja im Jahr 1991 im Nidarosdom waren die Krone des Königs und die der Königin an zentraler Stelle auf dem Hochaltar platziert. Die Reichsinsignien werden im Nidarosdom zu Trondheim aufbewahrt und sind in der Kapelle des nördlichen Westfrontturms ausgestellt.

Bis 2006 soll nun eine permanente Ausstellung geschaffen werden.

Zu den Insignien zählen auch das Reichsbanner und die Krönungsornate, die jedoch nicht ausgestellt sind. Für die Reichsinsignien ist eine Insignienkommission zuständig, die aus dem Regierungspräsidenten (Fylkesmann) von Süd-Trøndelag, dem Bischof zu Nidaros und dem Leiter des Steuerverwaltungsamtes (Skattefogd) von Süd-Trøndelag besteht.

Königskrone

Die Königskrone wurde 1818 von dem schwedischen Goldschmied Olof Wihlborg angefertigt. Diese 1,5 kg schwere Krone aus gediegenem Gold ist mit Amethysten, Chrysoprasen, einem Topas, einem achteckigen Alexandrit und Perlen besetzt. Vorn in der Mitte befindet sich ein großer, ovaler grüner Turmalin, der dem König vom brasilianischen Konsul in Stockholm vermacht worden sein soll. Vier der Goldbügel sind flach und wie Eichenblätter geformt, die übrigen vier Goldbügel sehen wie Lorbeerblätter aus. Die purpurne Samtmütze innerhalb der Bügel ist mit kleinen Kronen und 50 Perlen verziert. Oben auf der Krone befindet sich ein blau emaillierter Globus mit Goldsternen und auf dem Globus ein Kreuz aus sechs Amethysten.

Reichsapfel des Königs

Der Reichsapfel symbolisiert den Erdball und stammt aus hellenischer Zeit. Das Kreuz an der Spitze symbolisiert Jesu Christi Oberherrschaft. Der Reichsapfel des norwegischen Königs wurde 1818 in Stockholm angefertigt und besteht aus vergoldetem Silber. Der Globus wird von einem mit Rosen dekorierten Goldband in zwei Hälften geteilt. Ein ähnliches Band teilt die obere Halbkugel in zwei Teile. Darauf steht ein Reichsapfel in Kleinformat mit einem ziselierten lateinischen Kreuz.

Königszepter

Das Zepter - ein dekorativ gestalteter Stab - symbolisiert die weltliche Macht des Königs. Das aus vergoldetem Silber bestehende, 75 cm lange Zepter des norwegischen Königs wurde 1818 von Goldschmied Erik Adolf Zethelius angefertigt. Es ist wie der Reichsapfel mit kleinen Rosen verziert. Die Ornamentik des Oberteils besteht aus Eichenlaub und Lorbeerblättern.
 

Reichsschwert

Das Reichsschwert soll von König Carl Johan während der Schlacht von Leipzig im Jahr 1813 getragen worden sein. Es heißt, der König habe das Schwert als Geschenk von Napoleon erhalten, als er französischer Marschall und Herrscher des kleinen italienischen Fürstentums Ponte Corvo war. Tatsächlich kann jedoch nur die Klinge ein Teil dieses Schwertes gewesen sein, und diese muss auch bei der Anfertigung des norwegischen Reichsschwertes verändert worden sein. Die Klinge ist mit Motiven der norwegisch-schwedischen Union dekoriert: dem norwegischen Staatswappen und den "Drei Kronen" Schwedens. Der Griff stammt aus derselben Zeit wie die übrigen Insignien, und der Knauf an der Spitze hat die Form einer Eichel. Die Schwertscheide ist mit ziseliertem Eichenlaub und Perlmutter verziert. Das Schwert ist 110 cm lang und wiegt 1,3 kg.

Salbungshorn

Die Salbung hat ihren Ursprung im Nahen Osten. Die Christussalbung war die Weihung zum König. Früher wurden Schläfen, Stirn, Brust und Hände des zu Krönenden mit geweihtem Salböl benetzt. Diese Zeremonie während der Krönung galt als der wichtigste Teil, da dem Monarchen dabei die Kraft des Heiligen Geistes verliehen wurde und er damit die Bürden als König tragen konnte. Das norwegische Salbungshorn besteht aus vergoldetem Silber und wurde 1818 in Stockholm angefertigt. Es ist im Empirestil mit einfacher Formgebung und ausgesucht sparsamem Dekor gehalten. Der Handgriff des Deckels hat die Form einer Eichel, und die Spitze ziert eine kleine Königskrone.

Quelle/Fotos: norwegen.no, kongehuset.no, Nidarosdom Restaurierungsarbeiten


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Bilder der Reichsregalien der Norwegischen Monarchie (Link zu NRK)
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