Seine Majestät König Harald V. von Norwegen

 


Auszeichnungen
Schirmherrschaften

    


Harald V. - König von Norwegen - wurde am 21. Februar 1937 auf dem königlichen Gut Skaugum in Asker geboren. Er ist der Sohn von König Olav V. (1903-1991) und Kronprinzessin Märtha (1901-1954). Als König Olav V. am 17. Januar 1991 verstarb, wurde Kronprinz Harald König. Er war der erste in Norwegen geborene Prinz seit 567 Jahren. Bei seiner Geburt hatte das damalige Kronprinzenpaar bereits zwei Töchter, Prinzessin Ragnhild und Prinzessin Astrid, doch keine von ihnen hatte nach der Verfassung von 1814 einen Anspruch auf den Thron. Mit der Geburt von Prinz Harald war die Erbfolge sichergestellt. Nach einer Verfassungsänderung hat jetzt das älteste Kind unabhängig vom Geschlecht einen Anspruch auf den Thron; als Übergangsregelung wurde jedoch festgelegt, dass für vor 1990 geborene Kinder ein Sohn den Vorrang vor einer Tochter hat.

Kindheit und Jugend

Die ersten drei Jahre seines Lebens verbrachte Prinz Harald auf dem friedlichen königlichen Gut Skaugum. Am 9. April 1940 fand die Idylle jedoch ein jähes Ende, als Norwegen von deutschen Truppen besetzt wurde. Um einer Inhaftierung durch die Besatzungsmacht zu entgehen, verließen die Königsfamilie, die Regierung und das Storting die Hauptstadt mit der Bahn. Bei Elverum trennte Kronprinz Olav sich von seiner Familie. Kronprinzessin Märtha und die drei Kinder, Prinzessin Ragnhild, Prinzessin Astrid und Prinz Harald, brachten sich in Schweden in Sicherheit. Nach einigen Monaten im skandinavischen Nachbarland gelangten die Kronprinzessin und die Kinder auf dem Seeweg in die USA. Während König Haakon und Kronprinz Olav sich in London aufhielten, wohnte die Kronprinzessin mit den Kindern bis zum Kriegsende 1945 außerhalb von Washington D.C. Kronprinz Olav kehrte am 13. Mai 1945 nach Norwegen zurück, während König Haakon und die übrigen Mitglieder des Königshauses am 7. Juni wieder norwegischen Boden betraten. Nach den fünf Besatzungsjahren wurde die Königsfamilie von vielen tausend Norwegerinnen und Norwegern mit begeistertem Jubel begrüßt.

Schule und Ausbildung

Wieder in Norwegen, wurde der junge Prinz in der Osloer Grundschule Smestad eingeschult. Abgesehen von einem Sicherheitsbeamten auf dem Flur unterschied sich sein Schulalltag wenig von dem der anderen Kinder. Um den Anforderungen gerecht zu werden, die an einen modernen Monarchen in der heutigen Gesellschaft gestellt werden, wurde bei der Erziehung Wert auf eine Verankerung im Volk und in der Gegenwart gelegt. Der Prinz besuchte anschließend das Gymnasium Oslo Katedralskole und legte dort 1955 das Abitur ab. Nach der Immatrikulation an der Universität Oslo im selben Herbst machte Prinz Harald eine Offiziersausbildung, zunächst auf der Offizieranwärterschule der Kavallerie und dann auf der Offizierschule, wo er 1959 die Abschlussprüfung bestand. Nach dem Pflichtdienst studierte Kronprinz Harald von 1960 bis 1962 Gesellschaftswissenschaften, Geschichte und Wirtschaftswissenschaften am Balliol College in Oxford.

Kronprinz

Als König Haakon VII. am 21. September 1957 verstarb, wurde Prinz Harald Kronprinz und nahm erstmals an einer Sitzung des Staatsrates teil. Im Jahr darauf nahm er in Abwesenheit des Königs die Aufgaben des Regenten wahr. Der Kronprinz stand König Olav zur Seite, und ihm wurden in zunehmendem Maße Repräsentationsaufgaben zuteil. Unter anderem trat er zusammen mit Handelsdelegationen als Botschafter für norwegische Interessen im Ausland auf. 1960 führte Kronprinz Harald seine erste große Auslandsreise durch - anlässlich des fünfzigjährigen Bestehens der American Scandinavian Foundation in den USA.

Familie

Im März 1968 wurde bekannt gegeben, dass König Olav in die Vermählung des Kronprinzen mit Sonja Haraldsen aus Oslo-Vinderen einwilligte. Das Paar kannte sich schon neun Jahre, als die Entscheidung zugunsten der Eheschließung fiel. Für König Olav war dies nicht nur eine Familienangelegenheit, sondern auch eine den Staat betreffende Frage, die Konsequenzen für die Zukunft der Monarchie haben konnte. Nach Konsultationen mit dem Präsidenten und den Fraktionsführern des Stortings sowie der Regierung erteilte der König seine Zustimmung, dass der Kronprinz eine Frau bürgerlicher Herkunft heiratete. Die Trauung fand am 29. August 1968 in der Domkirche zu Oslo statt. Das neue Kronprinzenpaar wurde von den Menschen im ganzen Land begeistert gefeiert. Die Kronprinzessin übernahm ihren Teil der offiziellen Repräsentationspflichten. Gemeinsam und getrennt haben sie eine Reihe von Orten und Regionen in Norwegen besucht und auch viele Reisen ins Ausland unternommen. König Harald und Königin Sonja haben zwei Kinder. Prinzessin Märtha Louise wurde am 22. September 1971 geboren und Kronprinz Haakon am 20. Juli 1973. Die Kinder wuchsen auf dem königlichen Gut Skaugum auf.

Offizielle Pflichten

Seit der Einführung des Parlamentarismus im Jahr 1884 sind die Pflichten des Königs hauptsächlich repräsentativer und zeremonieller Art. Der König führt jeden Freitag den Vorsitz im Staatsrat und nimmt jeden Herbst die feierliche Eröffnung des Stortings vor. Kein Gesetz oder Beschluss des Staatsrates ist ohne die Unterschrift des Königs und die Gegenzeichnung des Ministerpräsidenten gültig. In der Verfassung heißt es zwar nach wie vor, dass die ausübende Gewalt beim König liegt, damit ist jedoch heute die Regierung gemeint. Bei einem Regierungswechsel spielt der König eine wichtige Rolle. In der Regel gibt der scheidende Ministerpräsident dem König einen Rat, wer mit der Bildung eines neuen Kabinetts beauftragt werden sollte. Wenn die parlamentarische Situation dagegen unklar ist, muss der König die Wahl des Ministerpräsidenten nach eigenem Ermessen treffen.

Der König führt Staatsbesuche im Ausland durch und ist Gastgeber beim Besuch ausländischer Staatsoberhäupter in Norwegen. Der König empfängt auch die Botschafter anderer Staaten zur Überreichung ihres Beglaubigungsschreibens in feierlicher Audienz auf dem Schloss. Der König ist vom Rang General des Heeres und der Luftwaffe und Admiral der Marine und als solcher der oberste Befehlshaber des Landes. Zur täglichen Arbeit auf dem Kgl. Schloss in Oslo zählen gewöhnliche und feierliche Audienzen sowie Unterredungen mit dem Ministerpräsidenten, dem Außenminister und Vertretern der Streitkräfte. Auf seinen Reisen in verschiedene Teile des Landes besucht der König oft private und öffentliche Einrichtungen.

Die Diagnose Blasenkrebs zwang König Harald Ende November 2003 in einen längeren Krankenstand. Sein Sohn Kronprinz Haakon fungierte in dieser Zeit als Kronprinzregent und übernahm die Amtsgeschäfte des Vaters in vollem Umfang. Die Krebsoperation im Rikshospital in Oslo im Dezember und die anschließende Genesungsphase verlief äußerst erfolgreich, so dass der König im April 2004 genesen war und sein Amt wieder aufnehmen konnte.

Informationen zur Erkrankungen und Genesung König Haralds

Segnung

Als König Olav im Frühjahr 1990 erkrankte, wurden die Aufgaben des Staatsoberhauptes vom Kronprinzregenten wahrgenommen. Verfassungsgemäß ging die Königswürde auf den Kronprinzen über, als König Olav am 17. Januar 1991 verstarb. Wie sein Vater und sein Großvater entschied König Harald sich für den Wahlspruch "Alt for Norge" (Alles für Norwegen). Vier Tage später legte er im Storting seinen Eid auf die Verfassung ab. Königin Sonja stand bei diesem historischen Ereignis an seiner Seite. Es war seit 69 Jahren das erste Mal, dass eine norwegische Königin dieser Zeremonie im Parlamentssaal beiwohnte. König und Königin wurden auf eigenen Wunsch am 23. Juni 1991 im Nidarosdom zu Trondheim gesegnet.

Bilder der Segnung des Königspaares am 23.6.1991 (Link: NRK)

Die Königssegnung ist eine tausendjährige Tradition in Norwegen und erfolgte früher im Rahmen der Krönung des neuen Monarchen. 1908 beschloss das Storting, den Krönungsparagraphen aus der Verfassung zu streichen. König Olav zeigte großes Interesse an Traditionen und äußerte daher den Wunsch, im Nidarosdom gesegnet zu werden. Auf diese Weise sollte der Segen Gottes ihn als König begleiten. König Harald und Königin Sonja wollten diese Tradition fortführen und wurden von Bischof Finn Wagle ebenfalls im Nidarosdom gesegnet. Im Anschluss daran führte das Königspaar eine zehntägige Rundreise durch Südnorwegen durch. Im Jahr darauf besuchte die Königsfamilie 22 Tage lang die vier nördlichsten Fylker (Provinzen).

Interessen

Die Königsfamilie zeigt großes Interesse an Sport und Aktivitäten in der freien Natur. König Harald geht z. B. gern auf die Jagd und angelt viel. Fragen des Umweltschutzes liegen ihm am Herzen, und er war 20 Jahre lang Präsident des norwegischen Mitgliedsverbandes des Worldwide Fund for Nature (WWF Norwegen). Das Königspaar engagierte sich aktiv für die Olympischen Winterspiele 1994 in Lillehammer. Der König war Ehrenvorsitzender des Organisationskomitees (LOOC) und eröffnete die Winterspiele. Er hat sich bei einer Reihe von nationalen und internationalen Segelwettbewerben einen Namen gemacht. Bei der Eröffnung der Olympischen Sommerspiele 1964 in Tokio trug er die norwegische Fahne. 1987 wurde er zusammen mit seiner Mannschaft auf dem Eintonner "Fram X" Weltmeister im Segeln. Der König segelt nach wie vor und nimmt an Regatten im In- und Ausland teil.

Staatsbesuche während der Amtszeit des Königs

Empfang in Norwegen              Besuch im Ausland    

(Quelle/Links Auszeichnungen und Schirmherrschaften: kongehuset.no)


Königin Sonja (Gattin)
Kronprinz Haakon (Sohn)
Prinzessin Märtha Louise (Tochter)

Die Königliche Familie von Norwegen
Der Stammbaum der Norwegischen Königsfamilie seit 1905