Königshof Bygdø

Staatseigentum in
Königlicher Verwaltung

  


Bygdø

Der Königshof Bygdø umfasst weite Teile der Halbinsel Bygdøy in Oslo, genauer gesagt 74 Hektar kultivierte Agrarflächen und 120 Hektar Wald bzw. unkultivierte Agrarflächen. Der Königshof ist Eigentum des Staates und wird S. M. dem König zur Nutzung überlassen. Bygdø war die Sommerresidenz von König Haakon und König Olav, in den letzten Jahren wurde das Wohnhaus jedoch nicht benutzt. Das jetzige Hauptgebäude auf dem Königshof Bygdø wurde 1733 von Graf Christian Rantzau erbaut. Er war Statthalter in den Jahren 1731-39, und das Gebäude war als Sommersitz gedacht. In unmittelbarer Nähe des Hauses wurde ein Barockgarten angelegt. Der Garten des Königshofes bildet nach wie vor einen zentralen Bestandteil des Anwesens.

Residenz

Die Geschichte des Königshofes lässt sich bis ins Mittelalter verfolgen. Damals gehörte Bygdøy zum Kloster auf der im Oslofjord liegenden Insel Hovedøya. Anfang des 19. Jahrhunderts wurde der Königshof dann als Fürstenresidenz genutzt, und Christian Frederik wohnte hier in seiner kurzen Regierungszeit als König im Jahr 1814. Im Gartensaal empfing Christian Frederik am 10. Oktober 1814 eine Abordnung des Stortings, die seine Rücktrittserklärung entgegennahm.

Königliches Eigentum

1837 erwarb König Carl Johan den Königshof Bygdø vom Staat. In seiner Zeit wurde die Umwandlung der Außenanlagen vom französischen Barock zum englischen Landschaftsgarten durchgeführt. Der Gartensee wurde auf die heutige Größe erweitert. 1863 verkaufte Carl IV. das Anwesen wieder an den Staat, woraufhin das Storting es S. M. dem König zur Verfügung stellte. 1905 begann eine neue Zeit auf dem Königshof Bygdø mit dem Park, als König Haakon VII. und Königin Maud den Königshof zur festen Sommerresidenz machten. Hier lebten sie in ländlicher Umgebung, und Königin Maud konnte ihrem Hobby, der Gartenarbeit, nachgehen. Für König Olav war Bygdøy in seiner Kindheit und Jugend ein herrlicher Tummelplatz, und hier lernte er das Segeln und andere Sportarten. 1975 brannte das Wirtschaftsgebäude bis auf die Grundmauern nieder, alle Tiere konnten jedoch gerettet werden. Ein neues Wirtschaftsgebäude mit Stallungen für Kühe und Futtervorratsräumen wurde geplant und war 1977 fertig gestellt.

Landwirtschaftlicher Betrieb

Auch wenn der Königshof Bygdø staatliches Eigentum ist, trägt S. M. der König die Verantwortung für den Betrieb. Auf Wunsch S.M. König Haralds schlug die Regierung in einem überarbeiteten Nationalbudget vor, das Nutzungsrecht für das Betreiben des Hofes ab 1. Januar 2004 an das Norwegische Heimatmuseum zu übertragen. Administrativ ist der Königs-hof Bygdø Dem Königlichen Hof unterstellt. Die Arbeit wird von einem Verwalter mit vier festen Mitarbeitern geleitet. Der Königshof Bygdø ist heute ein gewöhnlicher landwirtschaftlicher Betrieb, der unter anderem dazu dient, eine aktive Landwirtschaft in der Nähe der Hauptstadt aufrechtzuerhalten. Der Betrieb soll sich selbst tragen; ein Überschuss wird nicht abgeführt, sondern für die Instandhaltung und Investitionen betrieblicher Art verwendet. Außer den Flächen auf Bygdø werden noch gut 23 Hektar nordwestlich von Oslo gepachtet. Auf den gepachteten Flächen wird Getreide angebaut, während auf den kultivierten Flächen von Bygdøy Gras und andere Futterpflanzen geerntet werden.

Quelle: norwegen.no / kongehuset.no


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