Das Königliche Schloß

Staatseigentum

Schloss um 1836  Schloss heute


Geschichte

Das Königliche Schloss in Oslo wurde als Residenz für König Carl Johan gebaut und war 1849 fertig gestellt. Den Auftrag für die Zeichnungen erhielt der in Dänemark gebürtige Hans Ditlev Franciscus Linstow (1787-1851). Der Bau eines eigenen königlichen Wohnsitzes in Oslo wurde 1821 erstmals im Storting vorgeschlagen, die entscheidende Initiative stammte jedoch vom König selbst in einem Beschlussantrag an das Parlament im Jahr darauf. Die Kosten wurden damals auf 150 000 Speziestaler veranschlagt. Die Finanzen des Landes waren allerdings eher knapp. 1823 wurde eine Schloss-Kommission berufen, die mit Hilfe einer Staatsanleihe das Kapital für dieses Vorhaben beschaffen sollte. Während der Bauzeit sollte die Schloss-Kommission auch die Aufgaben des Bauherrn wahrnehmen.

Standort

Der Standort des Schlosses in Oslo war nicht von vornherein klar. Es heißt, der König selbst habe das Grundstück während eines Ausrittes auf der Anhöhe Bellevue westlich des damaligen Stadtkerns ausgesucht. "Hier muss das Schloss stehen", soll Carl Johan gesagt haben. Die für den Grunderwerb erforderlichen Vollmachten wurden im Juli 1823 erteilt. Im Jahr danach begannen die Fundamentierungsarbeiten, und 1825 wurde der Bauplan von Kronprinz Oscar genehmigt. Am Samstag, den 1. Oktober 1825 konnte König Carl Johan den Grundstein legen, und zwar im Fundament für den Altar der künftigen Schlosskapelle.

Nicht alles wird gebaut

Die notwendigen Sprengungen wurden vorgenommen. Fundamente und Keller wurden fertig gestellt, doch dann war das Geld aufgebraucht. Von 1827 bis 1833 ruhten die Bauarbeiten, da das Storting keine zusätzlichen Mittel bereitstellen wollte. Ursprünglich sollte das Schloss in H-Form gebaut werden, aus finanziellen Gründen mussten diese Pläne jedoch gekürzt werden. Im Sommer 1836 konnte das Richtfest gefeiert werden. Die Einrichtung erfolgte in den 1840er Jahren nach den Zeichnungen von Linstow. Der Architekt hatte vom König ein Stipendium erhalten, um sich in Dänemark und Deutschland Anregungen für den Innenausbau zu holen.

Neue Fassade

Nach dem Tod von König Carl Johan im Jahr 1844 war das Schloss für die Bedürfnisse der neuen, zahlenmäßig größeren Königsfamilie von Oscar I. offensichtlich zu klein. Das Storting bewilligte aus diesem Grund zusätzliche Mittel für eine äußere Verschönerung und eine bauliche Erweiterung der Schlossflügel. Das Dach, mit dem niemand zufrieden war, wurde abgesenkt, und an der Hauptfassade wurde ein monumentaler, tempelartiger Säulenvorbau errichtet. Das Königliche Schloss in Oslo war im Frühjahr 1849 fertig gestellt und wurde am 26. Juli desselben Jahres in Anwesenheit der ganzen Königsfamilie offiziell eingeweiht.

Änderungen

Nach dem Bezug des Schlosses 1849 wurden größere und kleinere Änderungen vorgenommen. Bevor König Haakon und Königin Maud 1905 nach Norwegen kamen, war das Schloss nur kurzzeitig benutzt worden, wenn der schwedisch-norwegische König sich in Oslo aufhielt. Das Schloss entsprach bei weitem nicht den Anforderungen an eine auf Dauer genutzte Residenz der neuen Königsfamilie. Eine neue Königswohnung wurde eingerichtet, zu der auch Badezimmer und Toiletten gehörten. In der Regierungszeit von König Olav wurden kleinere Renovierungs- und Instandhaltungsarbeiten ausgeführt.

Modernisierung

Bei einer kritischen Beurteilung des Schlosses Anfang der 1990er Jahre stellte man fest, dass eine gründliche Renovierung dringend erforderlich war. Die elektrische Anlage war veraltet und entsprach nicht mehr den Brandverhütungsvorschriften. Kücheneinrichtungen und Sanitärbereiche waren im Großen und Ganzen noch wie 1906, und so musste auch etwas an den Arbeitsbedingungen der im Schloss tätigen Personen getan werden. Das Schloss ist Eigentum des Staates und wird dem Staatsoberhaupt des Landes zur Verfügung gestellt. Zur Lösung dieser Probleme und für die notwendige Modernisierung des Schlosses erarbeitete die Zentralstelle für Bauangelegenheiten des Norwegischen Staates (Statsbygg) ein Bauprogramm in fünf Abschnitten.

Die Renovierungs- und Umbauarbeiten wurden von der Zentralstelle für Bauangelegenheiten als Vertreterin des Eigentümers in Zusammenarbeit mit der Königsfamilie als Benutzer und dem Direktorat für Denkmalpflege als staatlicher Fachinstanz für antiquarische Fragen durchgeführt. Die Arbeiten erwiesen sich als umfassender und machten größere Eingriffe erforderlich, als ursprünglich angenommen worden war. Das Schloss ist jetzt weitgehend renoviert, die Arbeiten in der Privatwohnung des Königspaars sind jedoch noch nicht abgeschlossen.

Das Schloß steht im Sommer für wenige Wochen Besuchern offen, meist in Verbindung mit einer besonderen  Ausstellung. Im Jahr 2002 konnten die Hochzeitskleider der Königinnen und Prinzessinnen bewundert werden, 2003 wurde eine Ausstellung anlässlich des Gedenkens an den 100. Geburtstages von König Olav arrangiert.

Das Schloß wird in der Hauptsache für Repräsentative Aufgaben, Empfänge, Staatsbankette, Audienzen usw. genutzt. Jeden Freitag wird unter der Leitung S.M. des Königs der Staatsrat im Schloß einberufen. Das Norwegische Königspaar König Harald und Königin Sonja haben im Schloß eine Wohnung bezogen.

Quelle: norwegen.no - Fotos/Link: norwegen.no, scanpix, vg


Kapelle des Königlichen Schlosses Oslo
Bilder des Osloer Königsschlosses (siste.no)
Rundgang durch das Königsschloss (nrk, Windows Media Player)
28.03.2001  Osloer Schloss zeigt sich nach 10jähriger Restauration
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